Im Gespräch mit BRETT auf dem #Southside18

(Dieses Interview ist in Kooperation mit Jägermeister entstanden.)

Es war ein sonniger Samstag auf dem Southside Festival – meiner Meinung nach immer der beste Tag an einem Festivalwochenende. Man ist schon angekommen und hat sich mit dem Gelände und den Leuten vertraut gemacht, man ist noch nicht allzu fertig und kann all seine Energie aufs Tanzen konzentrieren. Eigentlich stehe ich ja eher auf Konzerte in kleinen, kuscheligen Clubs und nur Festivals sind die einzige Ausnahme, bei denen ich mich auf große Konzerte mit kreischenden Menschenmassen vor der Bühne einlasse, doch an diesem Wochenende sollte ich gleich beides bekommen.

Denn der Jägermeister Platzhirsch, der auf dem großen Festivalgelände kaum zu übersehen ist, ist nicht nur ein hübsches Fotomotiv oder eine beliebte Ecke zum Chillen, nein – hier kann man auch krasse Konzerte in Wohnzimmer-Atmosphäre genießen und eiskalte Shots Jägermeister gibt’s noch gratis obendrauf.

Eine der Bands, die ich mir hier anschaute waren BRETT aus Hamburg, die eine hammermäßige Show hinlegten! Wir sind 45 Minuten lang nur gesprungen und ausgeflippt, haben wohl mehrere Liter Wasser ausgeschwitzt und waren danach ein wenig taub auf den Ohren. Kurz: es war richtig geil!

Anschließend nahmen sich die vier Hamburger noch Zeit in ihrem Tourbus ein bisschen mit mir zu kuscheln und mir dabei ein paar Fragen zu beantworten:                                                                                                                                

Ihr habt ja eben noch im Jägermeister Platzhirsch ein richtig geiles Konzert gespielt. Es war eine Bombenstimmung, super heiß und super laut, aber genau so muss das ja auch sein. Und das ist schon cool für eine Band seinen Fans SO nahe zu sein, oder?

Max: Ja das war sehr, sehr schön. Also dieser Jägermeister Platzhirsch ist irgendwie abgefahren. Du bist halt so ganz ganz nah dran. Die Leute rennen dich um und springen in dein Zeug rein. Alles geht kaputt. Das hat so eine ganz besondere Intimität.

Sagt mal, viele Musikmagazine und Blogs haben ja ein wenig Probleme euren Musikstil in Worte zu fassen. Da liest man dann sowas wie “Neo-Krautrock” oder “70er trifft Stoner”. Wie würdet ihr euren Sound denn beschreiben?

Max: Wir hatten einen guten Freund, der hat das irgendwann mal übernommen und unseren Pressetext geschrieben und uns ganz schön was eingebrockt damit. (lacht) Am Ende des Tages ist es glaube ganz gut aber sowohl ein bisschen traurig für die deutsche Musikszene, dass es nichts gibt, was das in Worte fasst. Und am Ende macht es uns auch ein bisschen stolz, dass es so ist, weil wir einfach unser eigenes Ding machen.  

Eure Texte sind ja auf deutsch und ich finde es richtig gut, dass sich das immer mehr deutsche Bands trauen. Drangsal hat ja auf dem ersten Album auch noch englisch gesungen und jetzt auf dem zweiten deutsch, allerdings meinte er neulich in einem Interview, dass man sich mit deutschen Texten ganz schön angreifbar macht. Seht ihr das auch so?

Max: Ich würde das anders auffassen. Ja klar, mit deutschen Texten macht man sich total angreifbar. Du fängst an Musik zu machen, weil du Helden hast und holst dir deine Inspiration bei Bands, die du gut findest und das ist in unserem Fall niemand gewesen, der deutsch singt. In Deutschland gibt es halt krassen HipHop-Szene, zweifelsohne, aber wenige Gitarrenhelden. Bei uns waren das eher so Bands wie Led Zeppelin und die singen halt alle englisch und deswegen fängst du dann auch damit an. Und dann kommst du irgendwann dazu deutsche Texte zu schreiben und merkst, du willst was sagen und wenn du anfängst darüber zu schreiben merkst du, Mist, darüber kann eh jeder nur meckern. Deutsch ist halt eine schwere Sprache, es klingt entweder sofort schlageresk oder zu krass oder zu wenig krass oder unpersönlich und das ist sehr schwierig. Aber wir fühlen uns gerade sehr wohl. Jeder versteht’s und du weißt ja wie die Deutschen sind, bis zum Gartenzwerg und nicht weiter. (lacht)

Ihr spielt diesen Sommer auf extrem vielen Festivals. Geht ihr auch privat noch auf Festivals mit Camping & Co.?

Max: Also auf Festivals campen ist ein bisschen vorbei. Weißt du, wenn wir jetzt hier spielen und einen Tag hier zelten würden, dann würden wir uns ganz schlecht benehmen, super schlecht schlafen, uns erkälten und am nächsten Tag nicht spielen können.

Vor kurzem durftet ihr die Beatsteaks supporten. Mega geil! Was ist das denn für ein Gefühl für so eine legendäre Band den Abend eröffnen zu dürfen?

Stacki: Ja, sehr geil! Alter, waren die nett, das war unfassbar. Gerade mit den Wienern, uns und den Beatsteaks hat das sehr gut funktioniert. Es hat riesen Spaß gemacht, es war ein Erfolg, es waren nur zwei Termine, wunderbar!

Max: Ja das ist so krass, weil das waren so unsere Jugendhelden, das muss man jetzt mal so sagen. Für mich war das so DAS Ding und ich hab die, weiß ich nicht, zehn, zwölf, fünfzehn mal live gesehen. Und dann wirst du so angefragt von den Beatsteaks und denkst dir nur so “Nein???” … “Digger, ja, JA!” (lacht). Das war schon echt krass.

Ihr geht jetzt im Herbst auch wieder auf eigene Tour. Wie ist denn das Tourleben bei euch so? Gibt’s da eine typische Rollenverteilung?

Max: Ja, wir haben einen Tourmanager, das ist Arthur, unser allerbester Freund und der beste Mensch, den ich kenne. Der ist super, der passt schon sehr darauf auf, dass wir unsere ganzen Sachen einhalten und so. Der hält den ganzen Laden zusammen.

Aber ich habe gesehen ihr kommt nicht nach Berlin. Warum denn das?

Max: Wir haben unsere Tour in Berlin begonnen, als unsere Platte rauskam im Februar. Das ist so eine gestückelte Tour, die geht im Herbst quasi weiter. Und es war ausverkauft und es war für uns ein riesen Ding.

Stacki: Wir müssen halt auch noch ein bisschen den Rest des Landes bedienen und wollen das natürlich auch. Du kannst es auch totspielen. Warum sollen die Leute denn drei mal zu deiner Show kommen? Sollen die einmal ne gute Zeit haben und dann sehen wir uns im nächsten Jahr wieder.

Max: Ja, dann mit der neuen Platte.

Uh, ist die denn schon in Planung?

Max: Ouf, ja wir hängen leider sehr viel weiter zurück, als wir uns das vorgenommen haben, aber unter Druck entstehen bekanntlich Diamanten.

Stacki: Das war schon immer so! Auch bei Abiprüfungen und so.

Max: Es wäre ganz cool, es im selben Turnus zu machen wie dieses Jahr. Das ist das Ziel.   

Ich bin auf jeden Fall jetzt schon ganz gespannt, was das zweite Album mit sich bringt und bis dahin wird eben nochmal das erste in Dauerschleife gehört!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: