Konzertreview: EAU ROUGE im Musik und Frieden

Ich glaube es gibt wenige Bands, deren Musik ich seit Jahren verfolge und die ich trotzdem noch nie live auf einem Konzert erlebt habe. EAU ROUGE ist eine davon. Vor über drei Jahren kamen sie nach einer durchfeierten Nacht (Tourabschluss) mit I Heart Sharks zu uns ins Pop10-Studio, machten es sich auf dem Sofa bequem, quatschten mit uns und spielten eine kleine Session. Schon damals zog mich ihr interessanter Sound total in ihren Bann. Ich schreibe bewusst interessanter Sound, denn so richtig kann man nicht beschreiben, welchem Genre sie zuzuordnen sind – irgendwo zwischen Indie, Electro, Trip Hop, Post Punk, Pop und Shoegaze. Da kommt also einiges zusammen. Eins kann man aber mit Sicherheit sagen: sie machen Musik für unsere Generation – eine Generation, die aus Nachtschwärmern, Hedonisten und Freiheitsliebenden besteht.

EAU ROUGE vertonen den Soundtrack urbaner Nachtkatzen, zwischen drei Uhr morgens und dem Moment der vagen Erinnerung an die vorbei flirrenden Lichter der Stadt. Zwischen Realität und Eskapismus bauen Synthies, hallende Gitarrenriffs und hauchende Vocals den treibenden und überwältigen Sound der Songs immer auf einer Konstanten auf: Dem Gefühl der elektrisierenden Spannung des Unbekannten, das sich auf den Straßen großer Metropolen nachts langsam und elegant ins Bewusstsein spielt.

Nun durfte ich sie also zum allerersten mal live erleben. An meiner Seite: ein Musiker, den ich noch nie so richtig von EAU ROUGE überzeugen konnte. Ich zitiere: “Die spielen das doch alles gar nicht selbst. Wo kommt denn der Bass bitte her?” Tatsächlich ist es so, dass sie alles selbst spielen. Sänger Jonas ging während des Konzertes selbst darauf ein, dass ihnen des öfteren unterstellt wird, sie würden gar nicht alles live spielen, was zu hören ist. Allerdings hat Jonas selbst den Anspruch, dass seine Gitarre wie ein Bass klingt und erzeugt so Klänge, die erst einmal nicht zuzuordnen sind. So wurde am Ende des Abends also auch ihr wohl größter Kritiker überzeugt. 😉 Zum Schluss spielten sie dann auch noch Golden Nights – ihr erster Song – der wohl auch immer mein Lieblingssong bleiben wird.

© Beitragsfoto: EAU ROUGE

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