Sonntagskolumne: Das Leben auf einer Gemüseinsel.

Heute möchte ich einmal über ein mir persönlich sehr wichtiges Thema schreiben, welches vor allem in der Weihnachtszeit immer wichtiger für mich wird. Seit nun sieben Jahren ernähre ich mich vegetarisch und verzichte weitesgehend auf Kuhmilch und Eier, was ich bisher jedoch noch nie auf meinem Blog thematisiert habe. Hauptgrund dafür ist, dass ich in meinem Leben, was die Ernährung und Umwelt angeht, auf keinen Fall belehrend agiere. Trotz dessen finde ich mich immer wieder in Diskussionen über meine Ernährung mit Nicht-Vegetariern wieder, die mich darüber belehren wollen, wie ungesund meine Ernährung doch sei. Hier muss ich mich immer wieder erklären, verteidigen und behaupten. Dabei bin ich doch der Meinung, dass jeder das für sich selbst entscheiden darf und trotzdem bekomme ich jedes Mal erneut auf die Aussage: “Ich bin Vegetarier.” die Rückfrage: “Ach ja? Warum?”. Nun ja, eben darum. Ich habe diese Entscheidung aus mehreren Gründen, die ich hier nicht weiter aufzählen möchte, da sie allseits bekannt sind, getroffen und sie nie bereut. Mir geht es körperlich gut und mir geht es beim Essen gut.

In den ersten Jahren nach meiner Entscheidung, musste ich mich auch immer wieder in meiner Familie erklären, für die diese Ernährung und Lebensweise völlig unverständlich war. Die größten Diskussionen gab es an den Festtagen zu Ostern und natürlich Weihnachten, wenn mir der Braten aufgetischt wurde und ich mit meinem entsetzten Blick und der Aussage: “Aber Mama, das esse ich doch nicht!” in einen großen Streit katapultiert wurde. Irgendwann kam es gar nicht mehr zu solchen Auseinandersetzungen, denn ich erklärte meiner Familie immer und immer wieder die Gründe meiner Entscheidung und wahrscheinlich konnten sie mir ansehen, dass ich nicht plötzlich abgemagert oder todeskrank vor ihnen stand. Mittlerweile kauft mir meine Mama sogar die verrücktesten und teuersten veganen Produkte, die sie ebenso mit einem breiten Grinsen im Gesicht genießt. Für unser diesjähriges Osteressen musste kein Tier sterben, sondern es kam ein unglaublich leckeres Gericht aus Spargel, Feta, Erdbeeren und Rucola auf den Tisch.

Aus der Geschichte nahm ich mit, dass allein schon die richtige Art und Weise der Aufklärung zu diesem Thema zu gegenseitigem Verständnis führt. Jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen, aber sollte zumindest wissen, worum es bei alldem geht. Und diese Art der Aufklärung fängt am besten schon so früh wie möglich an. Das dachte sich auch ein Ehepaar aus meinem Bekanntenkreis, welches sich diesem Thema annahm und ein Kinderbuch dazu schrieb, das es so vorher noch nicht gab: Die Gemüseinsel.

Das Buch handelt von einem Pinguin, der keinen Fisch mehr findet, einem Tiger, der prinzipiell keine Tiere isst und einem Schwein, welches gerade so entkommen kann und doch nicht zum Festtagsbraten wird. Ziel der Geschichte ist es, Kindern einen ersten Zugang zum Begriff Vegetarismus und den damit verbundenen Hintergründen zu geben. Es soll Kinder, Eltern und Pädagogen anregen, in einen gemeinsamen Austausch zu kommen und sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Hinter dem Buch stehen Ferdinand und Christin Weigel, die eine Familie gründeten und sich plötzlich mit der Erziehung und Aufklärung des eigenen Kindes beschäftigen mussten. Ferdinand startete das Buch im Rahmen seines Grafikdesign-Studiums und verbindet darin seine eigene Lebens- und Ernährungsweise mit dem Anspruch nach ästhetischer Darstellung. Bei der Erstellung des Textes unterstützte ihn seine Frau Christin, die als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche arbeitet. Bei ihrer Arbeit im Kindergarten stellte sie fest, dass es wenig kindgerecht formulierte und visuell ansprechende Bücher zum Thema Vegetarismus gab. Gemeinsam schufen sie ein Buch von liebenden Eltern für liebende Eltern, das übrigens auch schon im Bücherschrank meines Patenkindes steht.

Weitere Informationen zum Buch gibt’s hier

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