Im Interview mit Like Elephants

Like Elephants bringen sonnigen 80s Synthie-/ Indie-Pop zurück in unsere Welt. Ihr spezieller Sound setzt auf verträumte, atmosphärische und fast schon mystische Melodien. Die fünf Österreicher veröffentlichten letztes Jahr ihr Debütalbum ‚Oneironaut’, welches sich mittlerweile auch in meiner Plattensammlung wiederfindet. Vor allem der Song ‚Holiday’ hat es mir nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich sehr angetan. Darin geht es um den Wunsch nach Entschleunigung und Abschalten, der in der Realität und unserer hektischen Gesellschaft fast immer unerfüllt bleibt. Durch ihre Musik jedoch schafft man es ganz schnell der Realität zu entfliehen und findet sich in einer ganz eigenen Traumwelt wieder.

Vor kurzem durfte ich sie auf ihrer kleinen Deutschland-Tour spontan im Monarch live erleben. Vor ihrem Konzert trafen wir uns noch kurz auf eine Limo, um über die anstehende Album-Release zu schnacken.

Ihr habt schon mit tollen Künstlern wie FLUT und CatAstrophee & Cure Konzerte gespielt. Inwiefern unterstützt sich da die Musikszene in Österreich gegenseitig? Macht jeder Seins oder alle alles?

Also bei uns ist es so, dass wir schon zu gewissen Bands, die dort bekannt sind oder gerade aufsteigen, einen guten Kontakt haben, aber nicht so dass wir uns jetzt alle wirklich persönlich kennen. Österreich ist zwar ein kleines Land, aber so klein dann doch nicht, dass man alle kennt. Obwohl man sagen muss, dass schon einige große Bands, die internationalen Erfolg haben, wie Bilderbuch oder Leyya, aus unserer Gegend kommen und bei uns im Umkreis recht viele Bands entstanden sind, die auch international unterwegs sind.

Man hört bei eurer Musik den 80s Vibe heraus. Woher kommt das? Was sind eure heimlichen musikalischen Jugendlieben?

Jugendlieben? Ähm… bei mir sind das die Ramones! Wobei man sagen muss, wir orientieren uns jetzt weniger an Bands der 80er, sondern eher an aktuellen Bands, die sich an den 80ern orientieren. Also es ist ursprünglich nicht so gewesen, dass wir gesagt haben: „Wir machen jetzt einen 80er Jahre Sound.“, sondern eher weil wir vermutlich die richitgen Instrumente und Effekte hatten und so ist das dann passiert.

Einige eurer älteren Songs sind sehr gesellschaftskritisch oder greifen aktuelle, politische Themen wie die Flüchtlingssituation auf. Ist es ein Ziel von euch, mit eurer Musik etwas bewegen zu können? Viele wollen ja nur Unterhaltung machen…

Also… jein. Es gibt Texte, wo sehr persönliche Inhalte dahinter stecken und es gibt dann auch Texte, wo ich den Text geschrieben habe, damit wir einen Text haben. Bei diesen Texten sind wir ganz besonders darum bemüht, dass sie offen sind und viele Sachen neu interpretiert werden können und das hat auch oft einen guten Effekt, weil die eine Person hört diese Geschichte heraus und eine andere Person hört eine ganz andere Geschichte und unterm Strich bin ich glücklich, wenn die Leute sich zu unserer Musik etwas ausdenken.

Das INDIE Magazine schrieb neulich über euch, dass ihr eine der vielversprechendsten Bands aus Österreich seid. Das legt die Messlatte jetzt ganz schön hoch, meint ihr ihr werdet dem gerecht?

Na hoffen wir es! (lacht) Wir werden es heute Abend sehen, ob Deutschland das Gleiche denkt wie Österreich. Das entscheiden ja nicht wir, ob es gut ist oder nicht, sondern das Publikum.

Erhöht das den Druck, wenn Magazine so etwas über euch schreiben?

Nee gar nicht, das ist eher eine Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist. Druck ist eher das zweite Album momentan… das schwere zweite Album. Es wird vorerst eine EP, aber soll sich zum Album hin entwickeln. Das erste Album ist viel lockerer von der Hand gegangen.

Euer erstes Album habt ihr damals selbst aufgenommen und produziert, ist das bei der kommenden EP auch wieder der Fall?

Recorden werden wir alles wieder selber, aber diesmal werden wir es abmischen lassen von einem richtigen Profi. Also das erste Album haben wir ja auch komplett selbst abgemischt, nur das Mastering haben wir machen lassen. Aber das neue Album wird auf jeden Fall sehr professionell klingen.

Bilderbuch und Wanda sind ja jetzt mit gutem Beispiel voran gegangen und gehen in Deutschland durch die Decke. Was denkt ihr woran das liegt?

Bei Wanda ist es definitiv die Authentizität. Sie sprechen einfach uns Österreicher an und singen im Dialekt. Bei ihnen wundert es uns auch, dass sie in Deutschland so erfolgreich sind. Bilderbuch ist extrem kreativ und haben ganz was eigenes kreiert mit ihrer Musik und daher ist das auf jeden Fall gerechtfertigt. Also wir sind eher so Team Bilderbuch. (lacht) Aber generell ist der österreichische Dialekt anscheinend gerade ziemlich „in“ in Deutschland. Es gibt ja auch noch den Voodoo Jürgens, der sehr berühmt ist in Deutschland. Das ist einfach das „Wienerische“ und sehr authentisch.

Wie gefällt euch der Gedanke, dass euch das gleiche passieren könnte?

Naja, Österreich ist halt sehr klein, da ist es einfach der logische nächste Schritt, dass man auch in Deutschland bekannt wird. Das streben wir dann schon auch an. Aber da sind wir auch realistisch und wissen, dass unsere Musik nicht die kommerzielle Musik ist, die so groß wird wie Bilderbuch oder Wanda. Da sind wir mehr underground, ohne dass das negativ ist.

Ich persönlich hoffe ja sehr, dass die Jungs bald ihr neues Album herausbringen und damit ihren Durchbruch in Deutschland schaffen, damit sie noch öfter für tolle Konzerte nach Berlin kommen!

© Beitragsbild: Like Elephants

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