Konzertreview: I Heart Sharks, Pool & I Am Jerry

Wer hat sie nicht geliebt, in Dauerschleife gehört und zu ihren Songs ganze Nächte durchgetanzt? Die Rede ist natürlich von den I Heart Sharks und Klassikern, wie ‘Neuzeit’, ‘Wolves’ und ‘Summer’. Lange war es ruhig um sie, doch am vergangenen Freitag luden sie mit zwei weiteren Bands zum ersten Mal seit 1,5 Jahren zu einem Konzert ins Lido Berlin ein. Um ihre goldenen Zeiten noch einmal aufleben zu lassen, gibt’s erstmal einen Festivalliveschnitt von Pop10, auf den ich eben zufällig gestoßen bin.

Den Anfang des Konzertabends machten Pool aus Hamburg, die für uns bei Pop10 auch keine unbekannten Gesichter mehr sind. Letztes Jahr haben wir sie allerdings beim Melt!Festival verpasst, wodurch ich mich auf sie am Freitag besonders freute. Leider spielten sie als erste Band, was irgendwie keiner erwartet hätte und ich verpasste aufgrund meiner chronischen Unpünktlichkeit natürlich die ersten zehn Minuten ihres Konzerts. In den mir verbliebenen zwanzig Minuten flashten sie mich allerdings nicht so sehr, wie ich es von ihnen eigentlich erwartet hatte. Ich mag ihre Songs auf der Platte wirklich sehr und sie erinnern mich immer an Metronomy. Auch ihre Live-Videos überzeugten mich bisher eigentlich immer, doch irgendetwas fehlte am Freitag. Ich würde fast sagen mir fehlte ein Höhepunkt, denn irgendwie spielten sie ihr Set so fröhlich und monoton vor sich hin. Vielleicht war es aber auch einfach nicht ihr Tag und beim nächsten Mal sieht das schon wieder ganz anders aus.

Weiter ging es mit I Am Jerry, die ich vorab noch nicht kannte und daher ging ich sehr neutral in das Konzert. Ihr Sound ist irgendwo zwischen Indie-Elektro-Pop und Hip Hop anzusiedeln, was das Ganze spannend macht. Ihre Performance und ihr Klang erinnern sehr an Bilderbuch, womit sie den Zahn der Zeit treffen. Allerdings bin ich mir mit ihnen immer noch nicht so sicher. Sie sorgten für richtig gute Stimmung im Lido und sind auch wirklich gute Musiker, doch irgendwie nehmen mich ihre Songs nicht hunderprozentig mit. Ihr Debüt ‘Vollkontakt’ ist aber auf jeden Fall hörenswert und ich bin sehr gespannt auf ihr Debütalbum, welches dieses Jahr erscheinen soll.

Die I Heart Sharks waren mal ganz große Stars in der deutschen Indie-Szene, dann kam ihr zweites Album, durch das wohl einige viele Fans sehr enttäuscht waren und dann wurde es mehr als ein Jahr ganz schön ruhig um sie. Man kann ihnen nicht verübeln, dass sie versucht haben auf den Zug aufzuspringen und von ihrer Musik leben zu wollen, doch sie wurden zu schnell Mainstream und wurden uns somit zu schnell zu uncool. Nun sieht es aber ganz so aus, als wären die alten Sharks wieder da und es geht mit ihrer neuen Platte ‘Hey Kid’ back to the roots. Doch haben ihnen ihre alten Fans diesen Ausrutscher verziehen?

Es sah am vergangenen Freitag ganz so aus. Die I Heart Sharks starteten direkt mit ihrem Klassiker ‘Summer’ und brachten die Stimmung somit direkt zum Überkochen. Bei diesem einen Klassiker sollte es zum Glück nicht bleiben und sie spielten all sämtliche alten und coolen Stücke. Ich konnte spüren, dass im Saal viele Sharks-Fans der ersten Stunde anwesend waren, denn sie konnten einfach ALLE Texte auswendig und gröhlten, hüpften und klatschen eifrig durch die Nacht. Die Stimmung war es letztendlich, die mich auch mitriss, obwohl ich nie der größte Fan von ihnen war. Zur Mitte des Konzerts hin begann ich dann auch meinen langen Arbeitstag in den Knochen zu spüren und die Musik wurde mir langsam zu monoton. Zum Ende hin weckten sie mich jedoch mit ‘Neuzeit’ und ‘To Be Young’, bei dem sie fast das ganze Publikum auf die Bühne holten, wieder auf.

Ich muss sagen, ich glaube (und ich hoffe) die alten I Heart Sharks sind endlich wieder zurück und bleiben ihren Fans und vor allem ihrem Sound jetzt treu.

© Fotos: AdP Records (I Heart Sharks), Universal Music (I Am Jerry), Florian Appelgren (Pool)

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