Hauptsache wir sind super busy…

Da sind wir also. Im Jahr 2016. In der hektischsten Stadt Deutschlands. Weit entfernt von langjährigen Freunden und natürlich auch von unserer Familie. Wir hören uns nur selten. Wir sehen uns so gut wie nie. Warum sind die wichtigsten Dinge im Leben eigentlich immer unterste Priorität für uns?  

Langjährige Schul- und Studienfreunde leben weit entfernt von uns in anderen Städten, da wir nach dem Abschluss verschiedene Wege eingeschlagen haben. So ist nunmal der Lauf des Lebens. Mit viel Energie kämpfen wir darum, unsere Fernfreundschaften am Laufen zu halten. Man kennt sich seit Jahren, man liebt sich seit Jahren, man will sich nicht missen… Und doch wird es von Jahr zu Jahr einfach immer schwieriger, denn wir sind super busy.

Wir arbeiten in fordernden Jobs, in denen wir glänzen und aufsteigen wollen. Nebenbei wird gedatet oder eine Beziehung am Laufen gehalten. Die Famile gibt’s da ja auch noch. Ach und vielleicht das ein oder andere Herzprojekt, wie zum Beispiel einen Musikblog oder eine Musik-TV-Show namens Pop10.

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‘Können wir am Dienstagabend telefonieren?’, schreibt sie mir. – ‘Ja klar, ach nein. Mist. Ich sehe gerade, dass ich zu einem Konzert gehe. Wie sieht es denn am Mittwoch aus?’ – ‘Da gehe ich mit der Familie meines Freundes essen. Hmm… Donnerstag?’ – ‘Da muss ich leider länger arbeiten, da wir ein Event organisieren. Freitag?’, frage ich schon völlig verzweifelt. – ‘Da fahren wir in die Heimat. Meine Eltern beschweren sich schon, dass sie mich gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.’ – ‘Okay, dann lass es uns einfach nächste Woche nochmal versuchen?’

So läuft es ab, wenn es nur um ein Telefonat geht. Unsere Konversationen zu gemeinsamen Wochenenden, an denen wir uns gegenseitig besuchen wollen, sehen da noch ganz anders aus. Wie kommt es, dass wir heute so wenig Zeit für Freunde und die Menschen, die uns wirklich wichtig sind, aufbringen können? Warum ist uns die Karriere so viel wichtiger? Oder liegt es vielleicht doch an einem anderen Grund? Warum sind alle nur so furchtbar busy?

Schon meine Neujahrsposts haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Hier wünschte ich mir – oder ich nahm mir streng vor – dass ich mir in Zukunft mehr Zeit für meine Freunde nehmen werde. Wie gut hat das bisher eigentlich geklappt? Ich muss dazu vorab sagen, dass ich wirklich ein Arbeitstier bin und das an dieser Stelle ruhig einmal zugeben kann. Ja, ich arbeite viel und ja, ich liebe meine Projekte, für die ich meine Freizeit opfere. Aber hey, jeder hat doch seine Hobbys, oder? Und mir macht es eben Spaß. Andere machen Sport – zugegeben, der wäre auch mal wieder nötig – oder feiern zwei Nächte an jedem Wochenende durch. Das ist doch auch irgendwie eine Form von Stress, oder? Ich mache wenigstens noch etwas Produktives. Allerdings muss ich auch einsehen, dass dabei viele Dinge oft auf der Strecke bleiben. Meine Freunde und meine Mama beschweren sich oft, dass sie mich kaum hören oder sehen. Zumindest eine Freundin kann ich halbwegs zufrieden stellen, da wir im gleichen Unternehmen arbeiten und hier mal für die ein oder andere gemeinsame Mittagspause Zeit übrig ist. Nun muss ich aber auch stolz auf die vergangenen Wochen zurückblicken und feststellen, dass ich sehr oft am Wochenende etwas liegen lassen habe, um auszugehen oder andere schöne Dinge zu unternehmen. Das fühlt sich im Moment selbst ganz großartig an, denn ja, ich genieße die Zeit mit meinen Freunden sehr (unvorstellbar, was?), aber spätestens an einem Montag, wenn die neue stressige Arbeitswoche startet und ich nochmal meine To Do’s für meine ‘Freizeitprojekte’ durchgehe, bereue ich es schon ein wenig, am Wochenende so ‚faul‘ gewesen zu sein. Warum muss man sich denn da nur so schlecht fühlen? Am Ende liegt es an uns selbst. Ich muss an mir arbeiten und dieses schlechte Gewissen ablegen. Aber vor allem muss ich mich zwingen, einfach mal öfter den Laptop in die Ecke zu schmeißen – hinlegen ist vielleicht auch okay – und rauszugehen. Raus an die frische Luft. Raus zu meinen Liebsten. Raus, um schöne Dinge zu unternehmen. Und das Ganze schreibe ich euch hier jetzt nach einem wunderschönen sonnigen Samstag, den ich komplett zu Hause am Schreibtisch verbracht habe, um Dinge abzuarbeiten, die in letzter Zeit liegen geblieben sind. Aber hey, dafür liegt nun der ganze Sonntag vor mir und ich klappe genau in diesem Moment den Laptop zu und gehe einfach mal raus. Verrückt, oder?

© Postrob Fotografie
© Postrob Fotografie

Tut das Gleiche und genießt diesen wunderschönen Sonntag mit euren Liebsten!

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