Wie Tim Neuhaus und Ian Fisher meine Vorurteile aus dem Weg räumten…

Ich liebe Folk-und Country-Musik (nicht umsonst lautet mein Bloggername Jayne Cash). Und ja ich liebe auch Singer/Songwriter-Musik. Aber in der Regel höre ich mir das eher an einem gemütlichen Abend mit eine Glas Wein auf der heimischen Couch an. Manchmal lasse ich es auch an einem stressigen Arbeitstag nebenher laufen. Doch Konzerte dieser Art sind wirklich harter Stoff für mich. Mein letztes Singer/Songwriter-Konzert verbinde ich mit kuschelnden Pärchen, einen Hauch Langeweile und zwei Stunden lang rumstehen ohne jeden Drang mich zur Musik bewegen zu müssen oder überhaupt zu können. Mehr als von links nach rechts und von rechts nach links schunkeln war da nicht drin. Doch dann kreuzten Tim Neuhaus und Ian Fisher meinen Weg und räumten mal kräftig mit meinen Vorurteilen auf…

Ich war schon mal sehr glücklich, als ich den Postbahnhof Berlin betrat und Instrumente auf der Bühne stehen sah. Sogar ein richtiges Schlagzeug. Mein Herz leuchtete innerlich auf. Als dann dieser sympathische Sänger Tim Neuhaus – dessen Namen man zwar kennt, aber dessen Musik ich vorher noch nie aufmerksam gehört habe – auf die Bühne kam und mit seiner lustigen Art und seiner mitreißenden Musik sofort das ganze Publikum in seinen Bann zog, waren meine Vorurteile sofort aus dem Weg geräumt. Einige der Songs waren sogar tanzbar und haben richtig gerockt. Wenn man allerdings schon beim Support-Act so viel Spaß hat, wird es für den eigentlich Act ziemlich schwer. Das das Ganze sogar überboten werden sollte, ahnte ich in diesem Moment noch nicht.

Ian Fisher startete sein Konzert sehr ruhig. Er spielte ausschließlich Balladen und sein Drummer tat mir schon fast leid, so wirkte er doch etwas traurig, dass er sich nicht so richtig auf dem Schlagzeug auslassen konnte. Doch von Song zu Song wurde es immer schneller und das Publikum hatte mehr und mehr Spaß. Ian Fisher ist nämlich nicht nur ein guter Sänger und Musiker, er ist mindestens genauso gut darin Menschen zu unterhalten. Die Stimmung wirkte wie auf einem Wohnzimmerkonzert – persönlich und kuschlig. Vor allem bezauberte seine weibliche Sängerin, mit der Ian eigentlich die ganze Zeit über flirtete – aber das kann ihm auch keiner verübeln. Leider wurde es zur Mitte des Konzertes wieder ziemlich ruhig und so freute ich mich riesig als Ian folgende Worte an das Publikum richtete: ‘So wir nähern uns nun langsam dem Ende und jetzt rocken wir nochmal so richtig!’

Damit versprach er nicht zuviel. Seine Band und er packten nochmal die besten und rockigsten Songs aus und holten Tim Neuhaus mit seiner Band dazu, sodass sie wie eine riesige Musikerfamilie wirkten, die unheimlich viel Spaß auf der Bühne hatte. Auch das Publikum hatte unheimlich viel Spaß und war mehr als traurig, als das Konzert dann doch irgendwann zu Ende war.

 

© Foto: Marie Weikopf

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