Wie Wyoming meinen Montag retten… (Konzertreview)

Wieder mal ein grauer und kalter Montag. Montage sind für mich immer besonders hart. Gefühlt hat das Wochenende doch gerade erst begonnen und schon ist es wieder vorbei. Der Wecker klingelt früh. Es ist furchtbar kalt im Zimmer. Selbst der Hund guckt mich verschlafen an und fragt mit seinem Blick, ob ich das gerade wirklich ernst meine jetzt aufstehen zu wollen. Ich schleppe mich noch halb verschlafen zur Arbeit und kann dort angekommen gar nicht so viel Koffein in flüssiger Form zu mir nehmen, wie ich eigentlich bräuchte. Ein bisschen wird mein Morgen erheitert, als meine liebste Kollegin mir ungefragt (!) einen Matcha Latte mitbringt. In Trance vor meinem Computer sitzend überlege ich welche Musik mir heute über den Tag helfen könnte. Heute fiel die Wahl auf Wyoming, da ich mich beim Hören ihrer Songs ganz entspannt an ihr Konzert am vergangenen Mittwoch zurückerinnern kann.

Wyoming machen Musik für Träumer. Für Menschen, die gern in eine andere Welt entfliehen. Für Menschen, die eine Auszeit brauchen. Also genau die richtige Musik für mich.

Vor zwei Jahren haben sie ihr Debütalbum veröffentlicht und seitdem wurde fleißig live, unter anderem auf dem Melt! Festival oder als Support der Glass Animals, gespielt. Ihr aktuelles Album ‘Moon Jaunt’ ziert schon seit einer ganzen Weile mein Plattenregal. Wyoming haben ihren Sound im Gegensatz zu damals stark ausgebaut und verfeinert. Alles hört sich perfekt aufeinander abgestimmt an. Ich liebe ihre neuen Songs und könnte diese bei jeder Gelegenheit hören. Umso mehr freute ich mich, dass es sie letzte Woche im Rahmen ihrer Tour nach Berlin zog.

Ich wusste vorher nicht so richtig, was mich erwarten sollte. Ihre Songs klingen auf der Platte großartig, doch würde das auch live funktionieren? Als Location hielt der Monarch her, eine kuschlige kleine Bar direkt am Kotti. Von der Größe her genau richtig, denn es war weder brechend voll, noch zu leer, weil man sich überschätzt hatte. Vor dem Konzert machten wir es uns noch ein bisschen am Fenster gemütlich und genossen entspannt unsere Getränke.

Kaum zischten die Drei an uns vorbei, begaben sich plötzlich alle nach vorne auf die ‘Tanzfläche’. Für das Berliner Publikum doch eher ungewöhnlich, immerhin wird sonst erstmal skeptisch beobachtet, bevor es überhaupt mal Applaus oder die ein oder andere Bewegung zur Musik gibt. Doch an diesem Abend waren sie gleich mit (naja fast) vollem Einsatz dabei. Auch ich war stark beeindruckt von ihrer Show. Alles klang so perfekt und wirkte live noch viel verträumter. Ab und an erwischte ich mich selbst dabei, wie ich gedanklich in eine andere Welt abtauchte. So ging es wohl auch Sänger David, der mich mit seiner Performance und seinen Bewegungen stark an Ian Curtis erinnerte. Das Konzert war leider viel zu schnell vorbei (wie meistens) und ich musste zu Hause angekommen noch einmal ihre Platte zum Einschlafen auflegen und konnte nun endlich ganz der Realität entfliehen…

© Foto: Marcus Höhn

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