Konzertreview: Vetiver in der Kantine am Berghain

Berlin ist wohl eine der konzertreichsten Städte Deutschlands, Europas, ja womöglich sogar der Welt. Für jemanden wie mich, der gemütliche und persönliche Konzerte am liebsten mag, ist es oft schwer die Richtigen zu finden. Zum Glück gibt es die Jungs von Burning Eagle Booking und Trickser, denn mit ihrer Konzertreihe Listen. haben sie sich das Ziel gesetzt, Konzerte mit eigenem Charme zu veranstalten, die ihre Zuhörer stets glücklich und zufrieden in die Nacht geleiten sollen. Letzten Donnerstag besuchte ich zum ersten Mal eines dieser Konzerte…

Als Location wurde, wie schon beim Trickser-Geburtstagskonzert, die Kantine am Berghain ausgewählt. Ich stelle immer wieder fest, wie gemütlich und atmosphärisch ich diese Location finde. Hinzu kommt ein wirklich guter Sound, der bei Konzerten nun einmal essentiell ist.

Supportact war an diesem Abend Mark Berube aus Kanada, der von einer bezaubernden Dame namens Kristina am Cello begleitet wurde. Eine wirklich interessante Kombination, die ich so bisher noch nicht erlebt habe und die mehr als perfekt miteinander harmonierte. Hier ist Herzschmerz und Bauchkribbeln vorprogrammiert. Ich liebe es ja über alles, wenn man Künstlern ansieht, wie sehr sie ihre Worte und ihre Melodien fühlen. Mark Berube ist einer dieser Künstler. So transportiert er all seine Energie und Gefühle auf den Zuschauer und man bekommt ganz weiche Knie während man seiner Musik lauscht.

Weiter ging es mit dem Hauptact Vetiver aus San Francisco, von denen ich zugegebenermaßen im Vorfeld gar nicht so viele Songs kannte. In solch Fällen höre ich mir absichtlich vorher gar nicht so viel an, sondern lasse das Konzert ganz unbefangen auf mich zukommen. Im ersten Moment dachte ich, man hätte die vier Jungs direkt aus den 70ern auf die Bühne gebeamt, haben sie doch etwas ganz Eigenes und Einzigartiges an sich. Anfangs spielten sie ausschließlich Balladen und ruhigere Stücke, wodurch sich in mir das Gefühl anbahnte, dies würde wieder ein sehr ruhiges und romantisches Konzert werden. Dabei hatte ich doch mal wieder richtig Lust auf ein schönes Tanzkonzert. Leicht enttäuscht begriff ich doch recht schnell, dass ihr Set nicht als Spannungsbogen, sondern vielmehr als Spannungslinie, aufgebaut war. So wurde Song für Song schneller und energiegeladener und regte immer mehr zum Tanzen an. Bei dem Genre legten sie sich hier auch nicht wirklich fest, wodurch sie zum Einen eher bluesrocklastige und zum Anderen Songs mit starken Country-Elementen zum Besten gaben. So kreieren sie ihren ganz eigenen speziellen Sound, der für mich übrigens den perfekten Soundtrack zum Film “Fear and Loathing in Las Vegas” darstellen würde. (Ich kann es nicht erklären, aber irgendwie musste ich während des ganzen Konzerts an diesen Film denken.) Im Gepäck hatten sie einen Tourbus voller verrückter Freunde, die die Stimmung im Publikum anheizten und sogar direkt Gäste zum Tanzen aufforderten. Hach, solch Freunde wünscht sich glaube jede Band.

Man konnte bei diesem Konzert spüren, mit wie viel Liebe die Künstler ausgesucht worden sind. Ich werde mich wohl noch auf dem ein oder anderen Listen.-Konzert wiederfinden und bin mir ziemlich sicher, dort nicht enttäuscht zu werden.

©Foto: Terri Loewenthal

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: