Lollapalooza Berlin 2015

Das war es also. Das erste Lollapalooza in Berlin, zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal in Europa. So hatte ich das Vergnügen mit meinem liebsten Pop10-Team eine Spezialsendung über diese Premiere drehen zu dürfen, was mich riesig freute, da mein Herzprojekt momentan leider etwas zu kurz kommt. Wer jetzt aber denkt, als Musikjournalist hätte man ja nur Spaß und kommt kostenlos auf Konzerte und Festivals, der irrt gewaltig. Sowas ist mit ganz schön viel Arbeit verbunden, denn so eine ganze Sendung produziert sich nicht von allein.

Fangen wir erst einmal beim Urschleim an. Was ist das Lollapalooza? Seit 28 Jahren findet es in Chicago statt und feiert dort großen Erfolg. Doch nicht nur dort. Mittlerweile hat es einen großen Namen in der internationalen Festivalszene. So entschied man sich über die Grenzen Chicagos hinaus zu gehen und das Projekt in andere Länder zu exportieren. Geworben wurde mit dem Fokus Nachhaltigkeit und dem Spirit alternativer Kultur. Passend zum letzten Festival der Saison für mich, ließ sich wenigstens nochmal die liebe Sonne blicken, wodurch ein letzter Hauch Sommer zu spüren war.

Schaute man sich vorab das Line Up an, war man hier eventuell geteilter Meinung. Tolle Künstler der alternativen Indierock-Szene, die ich schon lange mal live erleben wollte, aber ebenso viele Künstler, die ich eher in die Mainstream-Schiene einordnen würde. (Deichkind, Seeed, …)

Erstes Highlight kurz nach stressiger Ankunft, da der Empfang an der Gästeliste leider so gar nicht funktionierte, war  unser Interview mit Joywave, die sich extra kurz vor ihrem Auftritt Zeit für uns genommen haben. Anschließend konnten wir dann ein bisschen das Gelände erkunden. Mit insgesamt vier großen Bühnen (wovon zwei Hauptbühnen waren, wie es typisch für das Lollapalooza ist) wurde hier schon ordentlich aufgefahren. Auch fand ich den Sound entgegen jeglicher Erwartungen richtig fett, obwohl das Gelände, was das angeht, ziemlich schwierig sein kann. Da der Flughafen Tempelhof sehr weitläufig ist, haben dort 50.000 Besucher (pro Tag!) genügend Platz und es gibt keine unnötigen Drängeleien. Lediglich wenn man hungrig war oder das Bier seinen Weg nach draußen suchte, war langes Anstehen vorprogrammiert. Doch das ist ja nichts Überraschendes bei einer solch großen Menschenansammlung. Auf die Toilettensituation wurde dann auch sehr schnell reagiert. Im nächsten Jahr dürften es dann sehr gern ein paar mehr Imbissbuden sein, passend zum Thema Nachhaltigkeit auch gern nur vegetarisch und vegan. Tatsächlich vermisste ich die beworbene alternative Kultur an so manchen Stellen.

image1(10)

Auf die Glass Animals, welche schon oft Teil unserer Sendung waren, freute ich mich ganz besonders. Schon lange wollte ich unbedingt mal zu einem ihrer Konzert, bisher hatte ich jedoch leider jede Gelegenheit verpasst. Zuerst ließ man uns ziemlich lang warten (es kam am Wochenende öfter zu Verzögerungen auf der Bühne), doch dann war die Stimmung im Publikum großartig. Anschließend hatten wir dann auch noch die Chance, die Jungs mal persönlich kennen zu lernen. Witzige Briten, deren Humor ich leider so gar nicht verstehe. Sie meinen dafür aber auch nicht, wodurch wir ein schönes Interview voller Missverständnisse führten. (Ich bin jetzt schon gespannt es zu sehen.)

Ein weiteres Highlight am Samstag stellten für mich CHVRCHES dar. Ich habe sie schon durch ihre erste EP entdeckt, lange sehnsüchtig aufs Album gewartet und auch hier jegliche Chance auf ein Konzert bisher verpasst. Sie waren einer der Hauptgründe, weshalb ich unbedingt zum Lollapalooza wollte. Und meine Überwartungen wurden glücklicherweise erfüllt. Es ist wirklich der Wahnsinn, was für eine große Fancrowd sie mittlerweile haben. Sooo viele Menschen tanzten zu ihrer Musik und jubelten ihnen entgegen. Großartige Stimmung!

Dann wurde für euch weiter fleißig gefilmt. Doch es blieb noch genug Zeit, um mal beim Auftritt von Bastille vorbeizuschauen. Ich sah sie schon einmal vor langer Zeit, als sie noch ein Geheimtipp waren. Okay, das ist wohl wirklich schon eine ganze Weile her. Damals war ich sehr begeistert. Mittlerweile sind auch sie leider zu einem wahren Mainstream-Act geworden. Was an dieser Stelle nichts Negatives heißen soll. Für einen Musiker ist das wohl oft der Traum, von der Musik leben zu können. Doch, wenn gefühlt alle 50.000 Besucher des Festivals um mich herum stehen, kommt für mich einfach nicht die richtige Stimmung auf. Also ging es weiter zu Fatboy Slim, Idol meiner Jugend. Hier noch ein bisschen durch die Nacht getanzt und dann fleißig weiter arbeiten. Und so neigte sich der Samstag dann auch schon dem Ende…

Fatboy Slim

In den Sonntag konnten wir etwas entspannter starten, auch wenn er gleich mit der Pressekonferenz der Veranstalter begann und wir direkt im Anschluss ein Interview mit POND hatten. So ein entspanntes Gespräch, wie mit den Jungs, hat man selten. Sehr sympathische Menschen, die mich absolut verzaubert haben. Weiter ging es für uns mit gaaaanz viel Arbeit. Später bot sich dann aber doch noch die Chance für uns, ein bisschen die Musik zu genießen. So verzauberten mich vor allem Little Dragon mit ihrem stimmungsvollen Konzert.

Mein absolutes Festivalhighlight stellen für mich jedoch beide Closing-Acts des Sonntagabends dar: Muse und Tame Impala. Die Show von Muse hat so imposant begonnen, wie sie auch weitergehen sollte. Wahnsinnig beeindruckende Visualisierungen gemischt mit der mystischen Aura des Sängers Matthew Bellamy lassen dich in eine andere Welt eintauchen. Absoluter Favorit: Supermassive Black Hole, ein echter Klassiker und nicht nur auf der Platte, sondern erst recht live der absolute Kracher! Schade war wirklich, dass sie parallel zu Tame Impala gespielt haben. Denn ich liebe Tame Impala so sehr, wollte mir jedoch auch Muse nicht entgehen lassen. Schließlich schaffte ich es dann doch noch, mich von ihnen loszureißen. Bei Tame Impala war es vor der Bühne leider gar nicht so gut gefüllt. Aber was heißt leider? Mehr Platz zum Tanzen für mich! Und das habe ich wirklich richtig genossen. Mit mir feierten nur wahre Fans und das ließ eine einzigartige Stimmung aufkommen. Ein wunderschönes Ende für ein letztes Sommerfestivalfeeling!

image7

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: